Open Access zum 3. - Neuer Anlauf Abo-Zeitschriften in den Open Access zu Flippen


OA2020-DE und Knowledge Unlatched wollen in großem Stil Zeitschriften Open Access stellen

OA2020-DE, der National Open Access Kontaktpunkt, und Knowledge Unlatched (KU), die zentrale Plattform für die nachhaltige Finanzierung von Open-Access-Modellen, kooperieren bei der großflächigen Umstellung wissenschaftlicher Zeitschriften aus dem Abomodell zu Open Access. Insgesamt 50 Journals von zehn Verlagen sollen ab 2019 für jedermann kostenfrei nutzbar gemacht werden. Finanziert werden soll die Umstellung für die Dauer von drei Jahren durch ein internationales Konsortium. In Deutschland sollen dazu auch Teile von Subskriptionsmittel von Bibliotheken genutzt werden können, die durch die bislang nicht erfolgreichen DEAL-Verhandlungen mit dem Verlag Elsevier frei geworden sind.

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OA2020-DE unterstützt die cOAlition S


"Ab dem 1. Januar 2020 müssen wissenschaftliche Veröffentlichungen zu Forschungsergebnissen, die durch die Finanzierung nationaler und europäischer Forschungsförderer enstanden sind, in entsprechenden Open-Access-Zeitschriften oder Open-Access-Plattformen veröffentlicht werden."

Diese Kernbotschaft der cOAlition S, einem Zusammenschluss von 11 europäischen Forschungsförderorganisationen, verdeutlicht den wachsenden Druck auf die Verlage, ihr Geschäftsmodell zeitnah vollständig auf Open Access umzustellen. Unterstützung dafür gibt es auch von der Europäischen Kommission und dem Europäischen Forschungsrat (ERC). Die Initiative entstand durch die Zusammenarbeit von Robert-Jan Smits, Sondergesandter für Open Access der Europäischen Kommission, und Marc Schiltz, Präsident von Science Europe. Nach ihnen ist auch der Plan S benannt, welcher neben der zitierten Kernbotschaft 10 Punkte enthält, mit denen die Open-Access-Transformation beschleunigt werden soll. Dazu gehört z. B. die Einrichtung bzw. Förderung qualitätsgeprüfter Open-Access-Zeitschriften und -Plattformen, die Übernahme von Publikationskosten durch den Förderer / die Einrichtung des Autors oder der Autorin und die strikte Ablehnung von hybridem Open Access.

Besonders erwähnenswert ist die europaweite Standardisierung und Deckelung der Open-Access-Publikationsgebühren, auch wenn die Höhe noch diskutiert wird.

Europa macht sich stark für die unmittelbare, frei zugängliche Publikation öffentlich geförderter Forschungsergebnisse, aber eben nicht um jeden Preis. Die an cOAlition S beteiligten Forschungsförderer werden nun mit anderen Interessengruppen (wie Universitäten, Forschungseinrichtungen und Bibliotheken) zusammenarbeiten und auf eine schnelle und praktische Umsetzung dieser Prinzipien hinarbeiten. Weitere Forschungsförderer aus der ganzen Welt, sowohl öffentliche wie private, sind eingeladen, der cOAlition S beizutreten.

Der Nationale Open-Access-Kontaktpunkt OA2020-DE unterstützt die cOAlition S und den Plan S, da sie wichtige Bausteine für die Open-Access-Transformation darstellen.
Gleichzeitig empfehlen wir, bei der Umsetzung und Weiterentwicklung der 10 Punkte auch nicht-APC-basierte Modelle sowie die Besonderheiten geisteswissenschaftlichen Publizierens und die Relevanz offener Infrastrukturen stärker als bisher zu berücksichtigen.

Weitere Informationen zur cOAlition S:

Empfehlungen zur Open-Access-Infrastruktur-Förderung


Die Förderung kritischer und offener Open-Access-Infrastrukturen gehört zu den Voraussetzungen für eine großflächige Transformation wissenschaftlicher Publikationen in den Open Access. Wissenschaftliche Einrichtungen und Bibliotheken sind daher aufgefordert „neue Mechanismen, Strukturen oder Organe [zu schaffen], die übergreifende Strategien und Ressourcenplanungen wissenschaftsstützender Infrastrukturen jenseits lokaler Präferenzen und institutionseigener Haushaltsgrenzen Realität werden lassen.“ (DFG)

Zu solchen kritischen und offenen Open-Access-Infrastrukturen gehören u. a.:

  • Directory of Open Access Journals (DOAJ)
  • Directory of Open Access Books (DOAB)
  • SHERPA (Juliet/RoMEO)
  • OpenDOAR
  • OAPEN
  • OpenAIRE
  • Open-Source Zeitschriftenmanagement- und -publikationssoftware (z. B. Open Journal Systems OJS)
  • uvm.

Da viele dieser Dienste mittlerweile grundlegend u. a. für die Implementierung von Open-Access- und Open-Science-Richtlinien sind und entsprechende Workflows unterstützen, ist ihre Sicherung zu einem wachsenden Anliegen der breiten Open-Access- und Open-Science-Community geworden. Gestützt wird das Ganze durch den Knowledge Exchange Report "Putting down roots: Securing the future of open access policies", in welchem das DOAJ und die SHERPA-Dienste als kritisch in Bezug auf ihre nachhaltige Finanzierung eingestuft werden.

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Mehr als die Hälfte geschafft! 11 Pledges für OPEN Library Politikwissenschaft


OPEN Library Politikwissenschaft auf gutem Wege ein voller Erfolg zu werden!

Seit dem 06. August liegen 11 Pledges für unser Pilotprojekt transcript OPEN Library Politikwissenschaft vor. Damit ist zum einen mehr als die Hälfte der Mindestteilnehmer_innen erreicht und zum anderen verdeutlicht der Zuspruch ein hohes Interesse an transparenten und validen Modellen zur Open-Access-Transformation gerade auch in den Geistes- und Sozialwissenschaften.

Daher freuen wir uns sehr über Teilnahme der folgenden Universitätsbibliotheken....

  1. Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
  2. Max Planck Digital Library (MPDL)
  3. Universitätsbibliothek Bochum
  4. Universitätsbibliothek Bielefeld
  5. Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg an der Goethe-Universität Frankfurt
  6. Kommunikations-, Informations-, Medienzentrum (KIM) der Universität Konstanz
  7. Universitäts- und Stadtbibliothek Köln
  8. Harvard University Library
  9. Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg
  10. Universitätsbibliothek Wuppertal
  11. Universitätsbibliothek Leipzig

....und sehen sie als ein Signal für alle anderen wissenschaftlichen Bibliotheken, eine Beteiligung zu diskutieren, zu planen und durchzuführen.

Der Pilot selbst unterstützt Bibliotheken in ihrer (Neu-) Positionierung bei der Produktion, Distribution und Zirkulation wissenschaftlicher Texte. Mit der Transformation wissenschaftlicher Publikationen in den Open Access sind sie direkt daran beteiligt, die digitale Verfügbarkeit wissenschaftlich relevanter Ressourcen zu realisieren.

Empfehlungen zu Qualitätsstandards für die Open-Access-Stellung von Büchern


Qualitätsstandards in Wissenschaft und Forschung sind wichtig, das hat die Berichterstattung zum Thema "Fake Science" (besser: Junk Science) wieder einmal deutlich gemacht (siehe dazu u.a. hier, hier und hier). Das gilt nicht nur für Zeitschriften und Konferenzen, sondern gleichfalls auch für Bücher. Daher haben wir zusammen mit Knowledge Unlatched und dem transcript Verlag „Empfehlungen zu Qualitätsstandards für die Open-Access-Stellung von Büchern“ entwickelt. Ziel ist es, Autor_innen, Verlagen und Bibliotheken eine praxisnahe Richtschnur an die Hand zu geben, die Kriterien für die Produktion, den Vertrieb und die finanzielle Beteiligung an der Open-Access-Stellung von Büchern beschreibt. Sowohl für Verlage, die Open-Access-Angebote für Bücher bereit stellen, als auch für Bibliotheken, die über finanzielle Beteiligungen eine Open-Access-Stellung von Büchern mit ermöglichen wollen, ist es wichtig zu wissen, welche Leistungen angeboten beziehungsweise erwartet werden können.

Um den Einstieg in diesen Prozess insbesondere auch für kleinere Verlage zu erleichtern, schlagen wir die Umsetzung der Empfehlungen in zwei Phasen vor. In der Einstiegsphase zur Open-Access-Stellung von Büchern geht es vor allem um Qualitätsstandards in den Bereichen Formate, Metadaten, Zugänglichkeit, Lizenzen, Kosten und Distribution. Phase zwei baut diese Standards aus und ergänzt sie um Kriterien zur Qualiätsprüfung (Peer Review) sowie Text- und Data-Mining.

Die Empfehlungen liegen auf deutsch und englisch vor:

First pledge for OPEN Library Political Science


We received our first pledge for the ebook-openaccess-transformation-project OPEN Library Political Science! It's good to have University and State Library Düsseldorf on board! In addition we received expressions of interest from the university libraries Bielefeld, Mainz, Mannheim and Regensburg, ETH Zurich library and the Max Planck Digital Library! We hope that more will follow.

Find out more about the project:

Schwedens Umgang mit Elsevier


Das Bibsam-Konsortium hat als weitere Information zur Stornierung der Elsevier-Zeitschriften in Schweden ein aufschlussreiches Q&A veröffentlicht. Die dort genannten Zahlen verdeutlichen, warum Elsevier sich einer Open-Access-Transformation verschließt.

  • Die Zahlungen des Bibsam-Konsortiums 2017 für Elsevier-Zeitschriften betrugen: 12. 559 062 EUR.
  • Im gleichen Jahr veröffentlichten die Angehörigen schwedischer Hochschulen und Universitäten rund 4000 Artikel in Elsevier-Zeitschriften.
  • Die Ausgaben für Article Processing Charges bei Elsevier lagen 2017 bei ca. 1. 300 000 EUR.
  • Rechnet man die Ausgaben zusammen ergibt das einen Durchschnittswert von ca. 3.465 EUR pro Elsevier-Artikel.

Betrachtet man dazu im Vergleich die an das openAPC-Projekt gemeldeten Daten, so zahlten 2015-2016 schwedische wissenschaftliche Einrichtungen für 165 Open-Access-Artikel durchschnittlich APCs in Höhe von 2.136 EUR an Elsevier (70% für hybride und 30% für Publikation in Open-Access-Zeitschriften).

Zieht man desweiteren die Elsevier-Listenpreise für Open-Access-Zeitschriftenartikel hinzu (Elsevier OA Price List, Date: 16-Jun-2018), beträgt der Durchschnittspreis pro Artikel für 2055 Hybrid Journals und 342 OA-Journals 2.313 USD (umgerechnet etwa 1.984 EUR zum tages-aktuellen Währungskurs von 1,16 EUR/USD, zusätzlich müsste noch Umsatzsteuer hinzu addiert werden).

Die tatsächlich in Schweden gezahlten durchschnittlichen APCs und auch die Durchschnittspreise für APCs laut Elsevier-Preisliste sind also deutlich niedriger als die umgerechnet 3.465 EUR pro Artikel im bisherigen System. Ein Umstieg auf ein pay-as-you-publish-Modell wäre für Schweden daher finanziell möglich und sinnvoll.

Wir wünschen den Kolleg_innen in Schweden und natürlich auch den Kolleg_innen im DEAL-Projekt viel Erfolg bei ihren Verhandlungen.

Start des Pilotprojektes OPEN Library Politikwissenschaft


Pilotprojekt OPEN Library Politikwissenschaft gestartet

(Bielefeld, 11. Juni 2018)

Der Nationale Open-Access-Kontaktpunkt OA2020-DE, der Verlag transcript, der Fachinformationsdienst (FID) Politikwissenschaft an der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen sowie Knowledge Unlatched starten heute ein Projekt, dass es Politkwissenschaftler_innen ermöglicht, ihre Bücher direkt im Open Access zu veröffentlichen.

Ziel des gemeinsamen Projekts ist die Entwicklung eines für Verlag und Bibliotheken gleichermaßen tragbaren, transparenten und ökonomisch nachhaltigen Open-Access-E-Book-Geschäftsmodells. Die Literaturerwerbungsmittel der Bibliotheken fließen damit anteilig statt in den Erwerb kostenpflichtiger E-Books für eine einzelne Bibliothek in die Finanzierung der freien Verfügbarkeit für alle.

Open Access verfolgt das Ziel, die Chancen der Digitalisierung für Autor_innen, Verlage und Bibliotheken gleichermaßen zu nutzen. Mit Hilfe von nachhaltigen und transparenten Angeboten seitens der Verlage sowie der finanziellen Beteiligung durch Bibliotheken ergeben sich für alle Akteure neue Möglichkeiten zur Positionierung im wissenschaftlichen Publikationssystem.

Das Modell bringt im Vergleich zur gängigen Praxis der Lizenzierung von E-Books u. a. folgende Vorteile mit sich:

  • Lizenzkosten für E-Books entfallen, Finanzierung durch Umschichtung im Etat möglich
  • Keine Einschränkungen für die Nutzung der Inhalte
  • Sichtbarkeit der mitfinanzierenden Einrichtungen durch Sponsoring
  • Verankerung des FID und der Bibliothek im fachbezogenen Open-Access-Publikationsprozess


Interessiert?

Weitere Informationen und Beteiligungsmöglichkeiten für Bibliotheken, die Open Access unterstützen möchten, finden Sie auf den Webseiten des Kontaktpunkts unter: http://oa2020-de.org/pages/pilotprojekte
auf den Webseiten des transcript-Verlages: https://www.transcript-verlag.de/open-access-politikwissenschaft
und bei Knowledge Unlatched: http://knowledgeunlatched.org/political-science/


Über den Nationalen Open-Access-Kontaktpunkt OA2020-DE

Strategisches Ziel des Nationalen Open-Access-Kontaktpunkt OA2020-DE ist das Schaffen von Voraussetzungen für die großflächige Open-Access-Transformation in Übereinstimmung mit der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen. Dazu entwickelt OA2020-DE unter anderem neue, kooperative Open-Access-Geschäftsmodelle.
Weitere Informationen über den Kontaktpunkt unter http://oa2020-de.org/pages/ziele/.

Gemeinsame Strategie statt Konkurrenz - OA2020 auf der OPERAS Konferenz


Ende letzter Woche fand in Athen die erste OPERAS Konferenz "Open Scholarly Communication in Europe. Addressing the Coordination Problem” statt. OPERAS ist ein europäisches Forschungsinfrastrukturprojekt zur Förderung von Open Access bzw. Open Science speziell in den Sozial- und Geisteswissenschaften. Die OA2020-Initiative war in Form des OA2020-DE-Projektleiters Dirk Pieper in der Session "Flipping Journals or Changing the System? The Need for Coordination" vertreten. Ziel der Präsentation war es aufzuzeigen, dass OA2020 mehrere Wege der Open-Access-Transformation unterstützt und damit mehr ist als Journal Flipping und APCs. Gleichzeitig sollte deutlich gemacht werden, dass in diesen Bereichen empirisch relevantes OA-Publizieren stattfindet und APCs und Offsetting wesentliche Faktoren der Transformation sind.

Des Weiteren verwies Herr Pieper darauf, dass OA2020 und FAIR OA sowie der Jussieu Call als komplementäre Ansätze der Open-Access-Transformation zu verstehen sind: ihre gemeinsame Verbindung liegt u. a. in dem Entzug von Budgets aus dem Subskriptionssystem, um diese Gelder dann in konkrete Open-Access-Transformationsansätze (z.B. Fair OA, OLH, Infrastrukturen wie DOAJ, Repositorien oder OJS, Offsetting, APCs, Ebook-OA-Projekte etc.) umzuleiten. Daher ist die Entwicklung einer gemeinsamen Strategie sinnvoll und notwendig. OA2020-DE und DEAL unterstützen OA2020 dabei in Deutschland und darüber hinaus.

Big Deals - Möglichkeiten zur Stärkung der Verhandlungsposition


Vor kurzem sind zwei Publikationen erschienen, die das Thema "Big Deals" aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten: Im April 2018 der "EUA Big Deals Survey Report - The First Mapping of Major Scientific Publishing Contracts in Europe" und im Mai 2018 der Beitrag "‘Big Deal’ Cancellations Gain Momentum" von Lindsay McKenzie bei Inside Higher Ed.

Der EUA Big Deals Survey Report betrachtet die aktuelle Situation in Europa und hat dafür 2016 und 2017 die Verhandlungsführer_innen an Universitäten in 28 verschiedenen EU-Staaten zur Höhe und den Konditionen ihrer drei größten und teuersten Verträge mit wissenschaftlichen Verlagen befragt. Ergebnis: insgesamt geben die wissenschaftlichen Einrichtungen in der EU pro Jahr ca. 421 Mio. EUR für Zeitschriften, eBooks und Datenbanken aus. Der Großteil davon (ca. 384 Mio EUR) wird für Zeitschriften verwendet und 65% dieser Ausgaben gehen an Elsevier.

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