Open Access und Medienerwerb: Erster Transformationsworkshop des Nationalen Open-Access-Kontaktpunkts in Bielefeld


„Wir brauchen eine ergänzende Zielsetzung für den bibliothekarischen Medienerwerb: es geht nicht mehr nur darum, Medien zu kaufen und in ein Regal zu stellen oder für einen Campus zu lizenzieren. Es geht zunehmend um einen Beitrag von Bibliotheken, damit wissenschaftliche Literatur überhaupt im Open Access publiziert werden kann.“

Dies ist eine zentrale Erkenntnis des OA2020-DE Transformationsworkshops für Erwerbungsleiter_innen, der am 19. und 20. April 2018 in Bielefeld stattfand. Der Workshop behandelte die für eine Open-Access-Transformation relevanten Themen "Erhebung von Kosten- und Publikationsdaten in einer Universität" sowie "alternative Publikationsmodelle für Open-Access-Zeitschriften und Open-Access-Monographien". Die kurze Vorstellungsrunde zu Beginn zeigte, dass das Thema nicht nur für Universitäten, sondern zunehmend auch für Fachhochschulen an Relevanz gewinnt.

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Beyond APCs - OpenAIRE Workshop über alternative Publikationsmodelle


OpenAIRE ist eine von der Europäischen Kommission geförderte Initiative, die die Open Access Policy der EU durch die Entwicklung und Bereitstellung technischer Infrastruktur unterstützen soll. Ein weitere Aufgabe ist die Unterstützung nicht-APC-basierter Publikationsmodelle. Innerhalb von OpenAIRE (und dem Nachfolger OpenAIRE Advance) gibt es dazu verschiedene Projekte und Calls. Im ersten CAll 2016 erhielten 11 Projekte eine Förderung für die Entwicklung und Implementierung technischer Verbesserungen in Open-Science-Infrastrukturen (den vollständigen Bericht dazu gibt es hier). Der zweite Call letztes Jahr fokussierte sich dann auf die Unterstützung alternativer Open-Access-Publikationsmodelle.

Um verschiedene Aspekte nicht-APC-basierter Modelle zu präsentieren und den Fördermittelempfänger_innen des 2. Calls die Möglichkeit für einen Zwischenbericht zu geben, organisierte OpenAIRE einen Workshop an der Niederländischen Koninklijke Bibliotheek in Den Haag vom 05.-06. April 2018.

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Analyse der Springer Offsetting Agreements - erste Ergebnisse


This is a repost from our partner project INTACT, you can find the original post here

Als ein Ergebnis des ersten ESAC Offsetting Workshops 2016 wurde die Erfassung von Artikeln, publiziert unter einem Offsetting-Vertrag wie den Springer Compact Agreements, als ein Teilprojekt von OpenAPC entwickelt. Datenlieferanten sind die Kooperation E-Medien Österreich (KEMÖ), die Max Planck Digital Library, VSNU/UKB für alle niederländischen Universitäten, das Bibsam-Konsortium für Schweden und JISC Collections für Großbritannien. Die Datensammlung begann mit den ersten Daten aus dem Jahre 2015, mittlerweile sind auch die Jahre 2016 und 2017 vollständig verfügbar.

Auch wenn diese Artikel nicht im Sinne von APCs mit Kostendaten verknüpft sind, ist dennoch eine Aggregierung und Visualisierung mit Treemaps sinnvoll, wobei eine einfache numerische Zählung als Maß verwendet wird. Mit dieser Offsetting-Kollektion, die mehr als 13.000 Artikel aus drei Jahren umfasst, ist es so möglich, die Abdeckung der Offsetting-Verträge zu messen und darzustellen, indem drei Fragen beantwortet werden:

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Open Access statt "Verstaatlichung der Wissenschaftsverlage"


In ihrem Beitrag "Is it time to nationalise academic publishers?" vom 02.03.2018 rückt Times Higher Education (Quelle) die großen Wissenschaftsverlage in den Fokus einer Diskussion, die die Zerschlagung von wirtschaftlichen Monopolen auf die Agenda gesetzt hat. Die aufgezählten Gewinne im wissenschaftlichen Publikationssystem sind in der Tat eindrucksvoll:

  • Der Gewinn von Elsevier für den Shareholder RELX betrug 2016 über 900 Millionen GBP mit einer Umsatzrendite in Höhe von 36,8%.

  • Die Verlage Taylor & Francis und Routledge als Teile von Informa erwirtschafteten 2016 einen Gewinn von mehr als 160 Millionen GBP (Umsatzrendite 38%).

  • Wiley erreichte 2017 einen Gewinn in Höhe von 183 Millionen GBP und eine Marge in Höhe von 29,6%.

Gewinne und Margen für Springer Nature wurden in dem Times-Higher-Education-Beitrag nicht genannt, gleichwohl sind die Zahlen für die Open-Access-Bewegung ernüchternd, da der überwiegende Teil der Gewinne immer noch aus dem Subskriptionssystem kommt, das maßgeblich von den Erwerbungsetats der Bibliotheken finanziert wird. Times-Higher-Education fragt in dem Artikel deshalb zwischen den Zeilen auch zurecht, warum Bibliotheken trotz Open Access und SciHub solche Renditen mit finanzieren.

Wenn die Bibliotheks-Community es tatsächlich mit Open Access Ernst meint, dann muss - wie Ralf Schimmer es an gleicher Stelle im letzten Jahr formulierte - der "Stecker aus dem Subskriptionssystem gezogen werden" (Quelle), wenn Verlage die Transformation in den Open Access nicht mit gehen wollen. Alternative Verwendungsmöglichkeiten für Bibliotheksetats gibt es jedenfalls jetzt schon reichlich:

  • Finanzierung von Publikationsfonds für reine Open-Access-Verlage
  • Unterstützung von Mitgliedschaftsmodelle wie SCOAP³, Open Library of Humanities, u.a.
  • Beteiligung an Modellen zur Finanzierung von Open-Access-Ebooks
  • Unterstützung der öffentlichen Open-Access-Infrastruktur (institutionelle und fachbezogene Repositorien, zentrale Open-Access-Services wie das DOAJ u.a.)

Wie lange wollen Bibliotheken noch warten? It´s time to take action!

Erster Workshop zur Open-Access-Transformation


Bezugnehmend auf die Transformationsworkshops der OA2020 Initiative und der Veranstaltungen im Rahmen der ESAC-Initiative veranstaltet der Nationale Open-Access-Kontaktpunkt OA2020-DE einen Transformationsworkshop für die deutschsprachige Community. Der Workshop richtet sich in erster Linie an Erwerbungsleiter_innen in den Universitätsbibliotheken und zielt darauf ab, die für eine Open-Access-Transformation relevanten Themen "Erhebung von Kosten- und Publikationsdaten in einer Universität" sowie "alternative Publikationsmodelle für Open-Access-Zeitschriften und Open-Access-Monographien" in Form von Input-Vorträgen und der gemeinsamen Diskussion in Arbeitsgruppen zu bearbeiten. Am Ende sollen die Teilnehmer_innen wissen, wie eine Open-Access-Transformation ablaufen kann, welche Daten dafür notwendig sind und welche praktischen Implikationen für ihre Einrichtungen daraus entstehen.

Wann? 19.-20. April 2018
Wo? Universitätsbibliothek Bielefeld, Universitätsstr. 25, 33615 Bielefeld
Wer? Erwerbungsleiter_innen von Universitätsbibliotheken

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